Clausthaler Wingolf Catena | Startseite

Clausthaler Wingolf "Catena"

Lexikon studentischer Begriffe

Wenn man das erste Mal mit einer Studentenverbindung in Kontakt kommt, schwirrt einem erst einmal der Kopf ob der vielen neuen Begriffe, die einem begegnen. Hier möchten wir die wichtigsten erklären. Für Rückfragen stehen wir jederzeit bereit. Gerne kann man auch jederzeit auf unser Hau kommen. Allerdings bitte wir um vorherige Kontaktaufnahme, da nicht jede Veranstaltung auf unserem Haus stattfindet. Für die Ausarbeitung danken wir dem Heidelberger Wingolf.

A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, N, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, X, Y, Z

A

Aktive, Aktivitas:

Die studierenden Mitglieder der Verbindung: Füxe, aktive Burschen, inaktive Burschen und Konkneipanten. Im engeren Sinn nur Füxe und aktive Burschen, also diejenigen die vorwiegend das Verbindungsleben gestalten. Voll aktiv, d.h. verpflichtet, an den meisten Veranstaltungen teilzunehmen, ist man meistens die ersten vier Semester. Danach ist man inaktiver Bursche und muss nur noch an wichtigen Veranstaltungen teilnehmen. Die Aktivitas ist mit ihrem Semesterprogramm und Erscheinungsbild die tragende Säule der Verbindung. Sie wird von den auf den Conventen, den Organen innerer Basisdemokratie, gewählten Chargierten geleitet.

Aktivmeldung

Eintritt in die Verbindung. Findet meist unter Anwesenheit möglichst vieler Bundesbrüder statt und ist stets ein Grund zur Freude.

adH

Abkürzung für: auf dem Haus.

Alter Herr

Seit etwa 1860 neben dem Begriff Philister Bezeichnung für die Mitglieder der Verbindung, die ihr Studium abgeschlossen haben. Sollte der Nebenbedeutung "Spießbürger" von Philister die Würde des Alters entgegensetzen. Die Alten Herren bringen sich mit ihrer Erfahrung als fördernde und beratende Mitglieder in die Verbindung ein und sorgen für die Kontinuität des Verbindungsgedankens. Ihre Anwesenheit bei Veranstaltungen ist lebendiges Zeichen des Lebensbundes.

B

Bergkittel

Der Bergkittel ist die traditionelle Uniform der Bergleute und wird noch heute zu viele öffentlichen Anlässen getragen. Gerade in Clausthal wird diese Tradition auch von den vielen Farben tragenden Studentenverbindungen aufrecht erhalten.

Bibelabend

Bei einem Bibelabend trifft man sich zum Austausch über ein Thema oder einen Text aus der Bibel. Als "Bibelkränzchen" wird ein Kreis zum Austausch über die Bibel und damit verbundene Themen bezeichnet.

Bundesbruder

Anrede, mit der die Angehörigen der Verbindung (Aktive und Alte Herren) sich untereinander bezeichnen. Im Wingolfsbund sind auch die Angehörigen der Wingolfsverbindungen in anderen Städten Bundesbrüder.

Bursch

Vollmitglied der Aktivitas. Der Name leitet sich von der Bezeichnung der mittelalterlichen Wohngemeinschaften, den Bursen, ab, in denen Studenten dereinst zusammenlebten.

C

Charge

Vom Convent gewählter Vorstand der Verbindung. Der Vorstand besteht aus drei Chargierten: Dem Senior, dem Fuxmajor und dem Kneipwart. Wer Senior ist, "hat die Charge des Seniors inne", vertritt also die Aktivitas nach außen.

Comment

Regelwerk, dass das Zusammenleben in der Verbindung regelt. Insbesondere die Art und Form der Veranstaltungen, Kneipen, Kommerse, Trinksitten.

Convent

So heißt die Mitgliederversammlung, die in regelmäßen Abständen zusammentritt und über alle die Verbindungen betreffenden Fragen entscheidet. Der Convent wählt insbesondere aus seiner Mitte die drei Chargierten für jeweils ein Semester.

Corona

Die Gesamtheit aller an einer Kneipe teilnehmenden Gäste, im Gegensatz zu den Chargierten.

Couleur

Couleur ist, wie der Name sagt, alles, was unsere Farben schwarz-weiß-gold trägt (v.u.). Im engeren Sinne ist das das Band und die Mütze eines jeden Aktiven, die wir als Erkennungszeichen tragen. Siehe hierzu auch die Seite "Prinzipien".

c.t.

(lat.) cum tempore (lat.: mit Zeit): das akademische Viertelstündchen. Fängt eine Veranstaltung 20 Uhr c.t. an, so beginnt sie um 20.15 Uhr, im Gegensatz zu einer Veranstaltung, die um 20 Uhr s.t. anfängt.

D

E

Ernste Feier

So heißen die meist vor Kneipen abgehaltenen Andachten. Der Wingolf ist seit jeher überkonfessionell. In den Zeiten seiner Gründung aber war es undenkbar, dass Protestanten und Katholiken gemeinsam eine Andacht halten. Deswegen nannte man das kurzerhand "Ernste Feier". An Inhalt und Form änderte das nichts.

F

Fux

Vorläufiges Mitglied der Aktivitas. Sowohl dem neuen Mitglied wie auch der Verbindung geben wir zwei Semester Probezeit, um sich gegenseitig zu kennenzulernen. In dieser Zeit findet Unterricht in allen Verbindungsangelegenheiten (Comment etc.) statt. Nach der Fuxenzeit beginnt die lebenslange Vollmitgliedschaft (cf. Lebensbund, Bursch, Leibverhältnis).

Fuxmajor (xx)

Der "zwei-X"ist für die Ausbildung und Integration der Füxe zuständig. Hierzu gehört u.a. auch die Organisation von Fuxenfahrten, z.B. zu anderen Verbindungen des Wingolfsbundes. Als einer der drei Hauptchargierten wird er vom Convent jeweils für ein Semester gewählt.

G

H

Haus

Mittelpunkt wingolfitischen Daseins: Hier finden die meisten Veranstaltungen statt, hier treffen sich Aktive, Freundinnen und Freunde der Verbindung und Alte Herren. Hier kann man in den begehrten Buden billig und komfortabel wohnen. Siehe auch die Hausführung.

I

Inaktiv

Nach vier Semestern als aktiver Bursch kann man sich inaktivieren lassen. Als inaktiver Bursch hat man weniger Pflichten, aber auch weniger Rechte.

J

Jour fixe

Unter Jour Fixe (frz. fester Abend) versteht man den wöchentlichen Verbindungsabend, bei dem die ganze Aktivitas zusammenkommt. Verantwortlich für ein interessantes Programm (Alt-Herren-Besuche, Grillen, Theaterbesuche) ist der Kneipwart.

K

Kneipe

Feierliche Zusammenkunft in geselliger Form. Besteht aus zwei Teilen, dem Offiz, der ernst und feierlich ist und in dessen Mittelpunkt die Reden der Chargierten stehen, und dem Inoffiz. Dieses ist eher gesellig-lustig und kann mit weiteren weniger ernsten Redebeiträgen und Wettbewerben gestaltet werden.

Kneipwart (xxx)

Der "drei-x" ist für Organisation der im Semester stattfinden Veranstaltungen (Alt-Herren-Besuche, Exbummel, Vorträge) zuständig (siehe hierzu auch das Semesterprogramm). Als einer der drei Hauptchargierten wird er vom Convent jeweils für ein Semester gewählt.

Kommers

Besondere Form der Kneipe, die nur zu bestimmten Anlässen abgehalten wird; im wesentlichen zum Stiftungsfest.

L

Lebensbund

Bezeichnet die Tatsache, dass die Mitgliedschaft im Wingolf für gewöhnlich lebenslang bestehen bleibt. Daher bilden alle Wingolfiten, Aktive und Alte Herren, einen Bund, eben den Lebensbund. Dies äußert sich auch in der selbstverständlichen Anteilnahme der Wingolfiten an wichtigen Abschnitten des Lebens jedes einzelnen, wie etwa Geburtstage, Hochzeit, Geburt von Kindern bis hin zu Tod und Beerdigung. Siehe auch Leibverhältnis.

Leibverhältnis

Eine Art Mentorenprogramm für Wingolfiten: Jedes neue Mitglied sucht sich einen Burschen aus, der ihn in alle Dinge des Verbindungslebens einweist. So wachsen Familienstrukturen heran, die sich oft lebenslang erhalten (cf. Lebensbund).

M

N

O

Oh alte Burschenherrlichkeit!

Studentenlied, mit dem jede offizielle Kneipe abgeschlossen wird.

P

Philistration

Nach der Studentenzeit als Bursch wird man Alter Herr. Der Akt, der einen zum Alten Herrn (Synonym: Philister) macht, nennt sich Philistration.

Q

R

S

Senior (x)

Der "ein-x" ist der Vorsitzende der Aktiven und repräsentiert diese nach außen. Als einer der drei Hauptchargierten wird er vom Convent jeweils für ein Semester gewählt.

s.t.

(lat.) steht für sine tempore (lat.: ohne Zeit). Ist für eine Veranstaltung 20 Uhr s.t. angegeben, so fängt sie um 20.00 Uhr an, im Gegensatz zu einer Veranstaltung, die um 20 Uhr c.t. anfängt.

Stiftungsfest

Alljährliche Feier zum Gedenken an die Gründung des Clausthaler Wingolf "Catena" im Jahr 1950. Zu diesem viertägigen Fest kommen die Clausthaler Wingolfiten aus aller Welt zurück zu ihrem Studienort Clausthal (cf. Lebensbund).

T

U

V

Verbindung

Überbegriff für alle studentischen Korporationen. Der Wingolf ist eine Verbindung, aber nicht wie jede Verbindung!

W

Wichs

Traditionelle Uniform der Chargierten, bestehend aus Cerevis, Pekesche, Schärpe, Schläger und Stulpen. In Clausthal wird jedoch der Bergkittel getragen.

Wingolf

(von altnordisch: vingolfr "Freundeshalle") In der germanische Mythologie ein Saal in Walhalla. Der zwischen Spätbarock und Romantik stehende Dichter Friedrich Gottlieb Klopstock (1724 - 1803) besang in mehreren Oden Liebe und Freundschaft, eine bekannte dieser Oden richtete er an den Wingolf, den "Tempel der Freundschaft". Klopstocks Mischung eines pathetischen Christentums mit germanischer Mythologie beeindruckte viele Studenten der Romantik. So war es kein Zufall, dass der studentische Freundeskreis um den Leipziger Theologiestudenten Stöckhardt um 1825 den Namen "Wingolf" nach Klopstocks Freundschaftstempel annahm. Ähnliche christlich-theologische Lese- und Freundschaftszirkel entstanden bald auch an anderen Universitäten: Bonn (1829), Erlangen (1830), Halle (1837) Berlin (1843) und Heidelberg (1844). Nach und nach verwandelten sich die locker organisierten Zirkel in Vereine bzw. Verbindungen. 1852 wurde als fester Zusammenschluss der verschiedenen Verbindungen der Gesamtwingolf, ab 1860 Wingolfsbund gegründet.

X

X, XX, XXX

(gesprochen: "ein-x", "zwei-x", "drei-x") Beizeichnet die drei Haupchargen Senior, Fuxmajor und Kneipwart. Hat man eine Charge erfolgreich erfüllt, so kann man dies hinter seinem Zirkel durch die jeweilige Anzahl an Kreuzen kennzeichnen.

Y

Z

Zirkel

 (von lat. ciculus "Kreis") bezeichnete zunächst wie "Kränzchen" einen locker-geselligen Zusammenschluss Gleichgesinnter. Die Bezeichnung ging später auf das monogrammartige Symbol für diesen Zusammenschluss über. Im Zirkel, der Wappen, Fahnen, Cerevise und Bandschieber ziert und Bestandteil der verbindungsstudentischen Unterschrift ist, finden sich die Buchstaben VCF (Vivat circulus fratrum bzw. vivat crescat floreat) sowie die Initialien der Verbindung.